Die Bergminzen - Calamintha

In der Vergangenheit wurden alle Bergminzen unter der Gattung Calamintha zusammengefasst, heute findet man sie in der Gattung der Clinopodium. Ihr Gattungsname Calamintha bedeutet frei übersetzt soviel wie "schöne Minze".  Diese Pflanzengattung umfasst weltweit rund 150 Arten, welche in Eurasien, Afrika und auf dem amerikanischen Kontinent verbreitet sind. Alle Calamintha-Arten gehören zu den Lippenblütlern (Lamiaceae). 

Calamintha nepeta - blaue Bergminze (Steinquendel)

Die blaue Bergminze ist eine krautige, ausdauernde und winterharte Pflanze, welche eine Wuchshöhe von 40 bis 50 cm erreichen kann, allerdings kann sie auch eine stattliche Breite von 40 cm erreichen. Sie blüht von Juli bis September verlässlich mit einer Vielzahl von blauvioletten Blüten. Erfolgt nach der ersten Blüte ein Rückschnitt, so kommt es zu einer zweiten, aber weniger intensiven Blüte. Während sie blüht, verströmt sie einen sehr starken Minzeduft. 

Generell sollte sie im Frühjahr bodennah abgeschnitten werden. Obwohl sie ein Sonnenanbeter ist, fühlt sie sich im Halbschatten immer noch sehr wohl. Sie wächst in der freien Natur auf Stein und Geröll (kalkstet), wächst aber auch zuverlässig in normaler Gartenerde, Staunässe sollte aber immer vermieden werden. Da sie so pflegeleicht und anspruchslos ist, kann sie auch gut als dauerhafte Kübelpflanze verwendet werden.

Ihre Blüten und Blätter sind essbar und können in der Küche Verwendung finden. Man kann sie als Heilpflanze verwenden. In einer italienische Studie wurden die Inhaltsstoffe der blauen Bergminze und ihre Wirkung näher untersucht (MDPI / Mijat Božovi´c  und Rino Ragno). Es wurde die genaue Zusammensetzung des enthaltenen ätherischen Oels, sowie seine antioxidative, antibakterielle und entzündunggshemmende Wirkung untersucht. In der Volksmedizin von verschiedenen Ländern wird sie auch häufig bei Schlaflosigkeit, Depressionen und Krämpfen, sowie bei Atemwegs- und Magen-Darm-Erkrankungen verwendet. Ein aus den Blättern hergestellter Aufguss wird zur Behandlung von Epilepsi und neurovegetativer Dystonie eingesetzt. In Sizilien setzt man sie zur Desinfektion und zur besseren Wundheilung ein, die antiseptische Wirkung soll auch Insektenstiche lindern. Weitere Berichte erläutern den Einsatz bei Gicht, Schleimhusten und die Verwendung von Umschlägen bei Hüftschmerzen. In der italienischen Küche findet es als sogenanntes Mentuccia und Nipitella Verwendung. Die Blätter und Blüten sind essbar.

Sie ist ein wahrer Bienen- und Insektenmagnet, wobei sie keine oligolektischen (pollenspezifischen) Arten ernährt.

Calamintha sylvatica (menthifolia) - Echte Bergminze

(Waldbergminze)

Auch die echte Bergminze ist eine krautige, ausdauernde und winterharte Pflanze. Sie ist in der Schweiz heimisch und nicht geschützt. Ihre Wuchshöhe variiert zwischen 40 und 60 cm und sie erreicht auch eine Wuchsbreite von bis zu 40 cm. Ihre Blütezeit zieht sich vom Sommer bis in den Herbst hinein und kann durch einen Rückschnitt verlängert werden. Als Standort bevorzugt sie sonnige bis halbschattige Standorte und möchte eher trockene Füsse. Staunässe sollte vermieden werden. Entsprechend ihrem natürlichen Lebensraum, den eher sonnigen 

Waldlichtungen, kann sie gut vor Gehölze (Sonnenseite) gepflanzt werden. Ihr Duft ist sehr intensiv und sie gilt als einheimische, duftende Schwester der englischen Pfefferminze, wobei das Aroma eine zusätzliche kampferartige Note besitzt. Während der Blütezeit ist das grün ihrer Blätter nur schwer zu sehen, da sie von einer Unmenge von Einzelblüten überzogen ist. Ihre Blüten werden grösser als die Blüten der Calamintha nepeta.

Im Mittelalter wurde sie bei Ohrensausen, Aufstossen oder hartnäckigen Schluckauf eingesetzt. Sie soll auch Bauchschmerzen und Krämpfe lindern. Die Waldbergminze hat eine tonische Wirkung, d.h. sie stärkt den Organismus und vertreibt die Müdigkeit. Des Weiteren enthält sie verschieden ätherische Oele und Enzyme. Generell wird sie nur innerlich, meistens in Form von Tee,  angewendet. Die Industrie verwendet diese Bergminze als Duftlieferant für diverse Produkte.

Auch sie ist ein wahrer Bienen- und Insektenmagnet.